In Deutschland leben rund 3 Millionen Kinder mit seltenen Erkrankungen. Die meisten dieser Erkrankungen sind chronisch, unheilbar und gehen oft mit schwersten Beeinträchtigungen des Lebens der Betroffenen und ihrer Familien einher. Nicht nur die oft Jahre dauernde Odyssee auf der Suche nach einer Diagnose, sondern auch die Hilflosigkeit ihrer Lage stellen Eltern und Kinder vor große Herausforderungen. Es fehlt an Spezialisten und oftmals sind keine wirksamen Therapien vorhanden. Sie sind Waisenkinder der Medizin.
Von den vielen Problemen, die sich den Betroffenen stellen, ist jedoch am schwersten die Einsamkeit und Verzweiflung zu ertragen, der ungewisse Blick in die Zukunft.
Um sich gegenseitig zu unterstützen und auf die spezifischen Belange der „Seltenen“ aufmerksam zu machen, wurde 2005 die ACHSE gegründet. Als ein Netzwerk von derzeit 96 Patientenorganisationen forciert sie den Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe. So unterstützt die ACHSE-Betroffenen- und Angehörigenberatung u.a. auch betroffene Eltern bei ihrer Suche nach krankheitsbezogenen Informationen, vermittelt Kontakte zu Selbsthilfeorganisationen und hilft bei der Bewältigung der verschiedensten Probleme. Der Beratungsbedarf bei den „Waisenkindern“ ist immens. Allein im März 2010 haben sich fast 200 Betroffene an dieBeraterin der ACHSE gewandt. Ihre Beratung ist das Herzstück des ACHSE-Engagements.
Doch nicht nur das leistet die ACHSE, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Sie versucht auch durch die Vernetzung von Ärzten und Therapeuten den Weg zur Diagnosefindung zu verkürzen, macht sich für die gesundheitspolitischen Interessen der Betroffenen stark und setzt sich dafür ein, die Erforschung von seltenen Erkrankungen, geeigneten Medikamenten und Therapien zu stärken. Denn ACHSE will Zuversicht und Hoffnung durch Vernetzung schenken.
„Auf einem Bein kann man nicht stehen!“ – oft benutzen wir im täglichen Sprachgebrauch diese Formulierung. Aber es gibt Menschen, die auf einem Bein stehen MÜSSEN.
Hinter jeder Amputation einer Gliedmaße stehen Schicksale, Verzweiflung und Isolation. Ganz besonders gilt dies für Kinder und Jugendliche: Ein tragischer Unfall, ein bösartiger Tumor oder eine Infektion … – die Gründe, die auch bei den Jüngsten eine Amputation unvermeidlich machen können, sind vielfältig.
Das gemeinnützige
Institut AMPU VITA e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen jeden Alters, die von einer Amputation betroffen oder bedroht sind, auf dem Weg zurück ins Leben zu begleiten, sie zu beraten und zu unterstützen.
In diesem Rahmen haben wurde Anfang 2007 speziell für Kinder/Jugendliche und ihre Eltern und Geschwister das Projekt AMPU KIDS ins Leben gerufen.
Rund 1.000 Kinder sind jährlich betroffen. Besonders bei dieser Zielgruppe „kippt das Leben“ – im wahrsten Sinne des Wortes – „von den Beinen“. Eltern und ihre Kinder in dieser Situation stehen vor einem undurchdringlichen Dschungel von Möglichkeiten, Fragen und den unterschiedlichsten Antworten, aber leider auch vor einschränkenden Gesetzen.
Durch gebündelte Erfahrungen in einem Netzwerk Betroffener, Therapeuten, Kliniken und Institutionen hilft das Projekt AMPU KIDS durch diese schwere Zeit, zeigt Wege auf und ist rund um die Uhr „einfach da“.
Das Angebot der professionellen Beratung reicht von Gesprächen bereits vor einer Amputation über die Koordinierung des Rehaverlaufs, bis hin zur Begleitung wieder in den Kindergarten oder die Schule („Schaut und fühlt mal, so sieht eine Prothese aus!“). Darüber hinaus finden regelmäßig Sport- und Spieltage statt. Hier werden u. a. durch gemeinsames Spiel und Sport unter Anleitung einer erfahrenen Physiotherapeutin KIDS stark gemacht und ihnen wird Selbstvertrauen vermittelt.
Die Arbeit dieses bundesweit einmaligen Angebotes wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
www.ampukids.de
Um eine Erkrankung der nächsten Generation zu vermeiden, baut der Berliner Jugendhilfeträger AMSOC e.V. seit 2005 ein Patenschaftsangebot für Kinder psychisch erkrankter Eltern auf. Betroffenen Kindern werden ehrenamtlich tätige Paten vermittelt. Paten sind emotional stabile Bezugspersonen, die ihren Patenkindern den notwendigen Rückhalt und ein Stück unbeschwerte Kindheit geben. Sie betreuen ihre Patenkinder bis zur Volljährigkeit einmal die Woche und an einem Wochenende im Monat. Darüber hinaus stehen sie ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung und nehmen die Kinder bei sich zu Hause auf, wenn die Mütter krankheitsbedingt für die Versorgung ihrer Kinder ausfallen.
Entsprechend werden hier Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Erkrankungen, wie z.B. Psychosen, Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen, Depressionen oder posttraumatischen Erkrankungen unterrichtet.

Das Kinderhaus AtemReich gibt Kindern, die auf Grund ihrer Erkrankung oder Behinderung beatmet werden oder von Beatmung bedroht sind, die Möglichkeit, in einer familienähnlichen Wohnform betreut und gefördert zu werden. Das Ziel ist es, dass die betreuten Kinder, trotz ihrer Krankheit oder Behinderung, ein so weit wie möglich normales und würdevolles Leben führen können.
In einem ganzheitlichen und interdisziplinären Betreuungsansatz (Medizin, Pflege, Pädagogik, Therapie) werden die betroffenen Kinder und ihre Familien begleitet und unterstützt, um wo möglich eine spätere Betreuung in der häuslichen Umgebung zu erleichtern.
Im Vordergrund steht die individuelle Betreuung und Förderung der Kinder durch das Team im Kinderhaus AtemReich und durch das kompetente Umfeld der Kinderklinik Dritter Orden.
Erstmals wurde dem Kinderhaus AtemReich ein speziell ausgestattetes Fahrzeug übergeben.
Auch dank der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung ist es so weit: die Arche-Düsseldorf öffnet ihre Türen. 2007 war die Charity-Initiative im Rahmen der BAMBI-Verleihung am Rhein zu Gast und hat sich unter anderem für das Projekt von Pastor Siggelkow engagiert. „Die TRIBUTE TO BAMBI Stiftung unterstützt die ARCHE bereits in vier Städten – Berlin, München, Potsdam und nun auch Düsseldorf. Dies ist bitter nötig. Auch in Deutschland leben viel zu viele Kinder in Armut. Damit sich dies endlich ändert, müssen wir alle mithelfen. Die vielen Ehrenamtlichen in den ARCHE-Häusern gehen mit gutem Beispiel voran und tragen dazu bei, das Leben dieser Kinder ein wenig farbenfroher zu gestalten“, so Patricia Riekel, Vorsitzende der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung.

Gefeiert wurde der Start mit Unterstützern und Partnern, Kindern und Eltern. Als Starguests waren Mario Barth und Dieter Falk mit von der Partie. In der Arche erhalten von nun an Kinder ein warmes Mittagessen, bekommen Hausaugabenbetreuung von den Mitarbeitern und können an dem vielfältigen Freizeitprogramm teilnehmen. Das Konzept, mit dem Gründer und Pastor Bernd Siggelkow 1995 in Berlin-Hellersdorf startete, funktioniert mittlerweile sehr erfolgreich an zehn Standorten – und ab sofort auch in Düsseldorf.
Am Donnerstag wurde dort das neue Zentrum eingeweiht. Patricia Riekel: „Mit der Eröffnung des ARCHE-Standorts in Düsseldorf hat es leider etwas länger gedauert. Aber am Ende zählt nur, dass hier täglich bis zu 70 Kinder eine liebevolle Aufnahme finden. Viele dieser Kinder haben tagsüber keine Betreuung. Es sind überwiegend Kinder mit einem schwierigen familiären Hintergrund. In den Räumen der ARCHE bekommen diese Kinder ein warmes Mittagessen, können ihre Hausaufgaben machen, spielen und wenn sie möchten etwas lernen.“